8. Februar 2020

Schreiben von den Eheleuten G.

Guten Tag Frau Schmidt,

 

Wie möchten Sie Menschen mit Behinderung in Henstedt - Ulzburg in Bezug auf Arbeit einbinden (Inklusion)?

 

Schwerbehinderte Menschen profitieren momentan NICHT in gleichem Maße von der guten Lage am Arbeitsmarkt wie andere. Meine Frau (sozialpädagogische Assistentin, Hörgeschädigt) erlebt dies selbst. Viele Stellen in Kitas frei , wird aber nicht genommen...! Gemeinde Henstedt - Ulzburg zählt dazu!!!

 

Was genau haben Sie für einen Plan in Sachen Inklusion in Bezug auf den Arbeitsmarkt?

 

Über eine Antwort freuen sich

S. und J. G.

 

Vielen Dank Eheleute G.

15. Februar 2020

Meine Antwort an
die Eheleute G.

Sehr geehrte Frau G., sehr geehrter Herr G., 

 

Vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Bewerbung auf das Amt der Bürgermeisterin und Ihre Frage zu meinen Plänen zur Inklusion, im speziellen zur Einbindung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt. 

 

Meine Ansicht zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion habe ich bereits vor einigen Wochen in der Rubrik „Meine Ansichten“ auf meiner Homepage veröffentlicht: https://www.ulrike-schmidt-h-u.de/barrieren-ueberwinden

 

Dort weise darauf hin, dass nicht nur physische Barrieren vielen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am öffentlichen Leben erschweren. Menschen ohne Behinderung wissen oftmals nicht, welche Wege sie beschreiten können und sollen, um Menschen mit Behinderung die Teilhabe zu ermöglichen, oder wo sie dazu fachlichen Rat bekommen. 

 

Unser Rathaus hat hier mit den beiden ehrenamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung zwei kompetente und sehr engagierte Ansprechpartnerinnen. 

 

Warum es in unsere Gemeinde bisher nicht zu einer Beschäftigung Ihrer Frau gekommen ist, kann ich ohne Kenntnis der genauen Umstände nicht beantworten. Im Fall meiner Wahl zur Bürgermeisterin werde ich gerne mit dem Einverständnis Ihrer Frau die Hinderungsgründe in Erfahrung bringen. Selbstverständlich werde ich als Bürgermeisterin bestrebt sein, dass unsere Gemeindeverwaltung bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung eine Vorreiterrolle einnimmt.

 

Soweit zu Ihrem persönlichen Anliegen, doch nun zu meinen generellen Plänen im Bezug auf die Inklusion in unserer Gemeinde: 

 

Das Thema Inklusion und Barrierefreiheit ist ein wichtiges Zukunftsprojekt für Henstedt-Ulzburg. Hier hat die Gemeinde auch schon in der Vergangenheit wichtige Voraussetzungen geschaffen.

 

Der Aktionsplans Inklusion, dem sich unsere Gemeinde 2015 verschrieben hat, enthält einen Katalog von Empfehlungen und Maßnahmen, um Inklusion in unserer Gemeinde voranzubringen, auch in den Bereichen Bildung und Arbeit. 

 

Als Bürgermeisterin werde ich zusammen mit den Fachleuten in der Verwaltung und den beiden Beauftragten für Menschen mit Behinderung weiter die zügige Umsetzung von Maßnahmen vorantreiben, durch die Menschen mit Behinderung die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert werden: 

 

  • betriebliche Analysen, die von Menschen mit Behinderung durchgeführt werden

  • Veranstaltungen in den Betrieben zur Aufklärung über die positiven Aspekte einer Einstellung von Menschen mit Behinderung 

  • Jobbörsen, die speziell auf die Potentiale von Menschen mit Behinderung hinweisen

  • Plattformen zur Sammlung von Geschäftsideen für Menschen mit Behinderung

  • Maßnahmen, die Bürokratie für Unternehmen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung senken

  • Plattformen, auf denen sich Unternehmen über die Anforderungen für Menschen mit Behinderungen für ihre Ausbildungsplätze informieren können

 

Der Grundstein für Inklusion in der Arbeitswelt muss bereits in der Schule gelegt werden. Barrierefreiheit bedeutet auch, dass in unseren Schulen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. So kann sich ein offenes und inklusives Zusammenleben entwickeln. 

 

Dafür müssen wir das getrennte Schulwesen an allen Schulen zurückbauen. Diese Maßnahmen brauchen Zeit, fachlich geschultes Personal und erhebliche finanzielle Mittel. Ich werde mich dafür stark machen, dass diese zügig vorangebracht werden. 

 

Ich freue mich, wenn wir auch im Falle meiner Wahl den Dialog zu diesem Thema beibehalten und Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen zum Thema Inklusion im täglichen Leben wie auch in Bezug auf die Arbeitswelt teilen. 

 

Herzliche Grüße, 

Ihre Ulrike Schmidt

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