23. Januar 2020

Schreiben von Herrn J. K.

Sehr geehrte Frau Schmidt,


ich habe soeben ein wenig auf Ihrer Seite gestöbert und sehr begeistert Ihren Beitrag zu Inklusion und Barrieren zur Kenntnis genommen. Insbesondere die Passage, daß es eben nicht nur physische Barrieren gibt. Die meisten Menschen denken doch bei Barrieren immer nur an physisches, was vor allem zeigt, daß sie von der Vielzahl an Behinderungen gar keine Ahnung haben, weil Behinderte eben leider weder in der Gesellschaft integriert und schon gar nicht inkludiert sind.


MfG, J. K. 

27. Januar 2020

Meine Antwort an
Herrn J. K.

Sehr geehrter Herr K.,


es freut mich, dass Sie sich auf meiner Homepage über meine Ansicht zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion informiert haben.


Ihre Einschätzung, dass das Verständnis über Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft noch nicht weit genug reicht, ist sicherlich richtig. Hier besteht auch in unserer Gemeinde ein großer Bedarf, Orte der Begegnungen zu schaffen, die ein solches – gegenseitiges – Verständnis fördern.


Doch freue ich mich auch über positive Entwicklungen. Seit Anfang 2018 haben wir in Henstedt-Ulzburg zwei ehrenamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderung. Bei unserem Gespräch am 21. November (siehe auch den Bericht in meinem Tagebuch) war ich beeindruckt von dem großen Engagement und der Geduld von Frau Brünn und Frau Herrnring-Vollmer bei der Erfüllung ihrer wichtigen Aufgabe. Bei der Umsetzung des Aktionsplans Inklusion unterhalten Sie gute Kontakte in die Verwaltung. Der Aktionsplan setzt ein klares Zeichen, dass Inklusion uns alle betrifft und vielfältiger Ansätze und Zusammenarbeit bedarf.


Inklusion muss in beide Richtungen wirken. Von einem gelungenen Beispiel für solche Begegnungen und gegenseitige Teilhabe erfuhr ich gerade am vergangenen Freitag zufällig im Fernsehmagazin „Mein Nachmittag“ im NDR:

   
Der Gebärdenchor „HandsUp“ aus Hamburg Altona hat sich aktiv um die Teilnahme von Menschen ohne Behinderung bemüht und vereint nun Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Sinnesbehinderung mit Menschen ohne Behinderung. Beim gemeinsamen Einstudieren der Gebärdenpoesie zu Liedern lernen hörende Menschen auf ungezwungene Weise die Gebärdensprache.


Ich kann mir vorstellen, solche Projekte auch in unserer Gemeinde zu fördern.
Bei Interesse kann ich Ihnen empfehlen, den Bericht in der Mediathek nachzusehen. Es handelt sich um die Sendung vom 24. Januar:


https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/mein_nachmittag/Mein-Nachmittag,sendung993332.html
Ich freue mich, wenn Sie mich auch weiterhin in meiner Wahlkampagne begleiten: https://www.ulrike-schmidt-h-u.de oder auch auf einer der beiden noch ausstehenden Vorstellungsrunden am 6. Und 19. Februar um 19:30 Uhr.


Herzlichst, Ihre 
Ulrike Schmidt

27. Januar 2020

Die Antwort von
Herrn J. K.

Hallo Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihre Antwort und den Link. Unter einem Gebärdenchor konnte ich mir erstmal gar nichts vorstellen, aber wenn man es dann sieht und insbesondere die Erläuterungen von Rolf Zuckowski dazu, dann ergibt es Sinn. Ein sehr schönes Projekt.


Eigentlich schade, daß es keine Wehrpflicht mehr gibt, die Waffenverweigerer wie mich in den Zivildienst "gezwungen" hat (Werkstatt für Behinderte), eine der wertvollsten Erfahrungen meines Lebens.

Die beiden Beauftragten für Menschen mit Behinderung in unserer Gemeinde habe ich bislang nicht kennengelernt, aber auch ich habe bislang nur positives gehört, daß sie sehr engagiert seien.

Das Thema Barrieren liegt mir deswegen so am Herzen, da mein Sohn Autist ist. 

 

[...]

 

Zugegeben, auch ich wußte davon zuvor nichts, aber es freut mich einfach sehr, wenn Personen in wichtigen Positionen zumindest um solche Dinge wissen, um sie in entscheidenden Momenten ansprechen bzw einfließen lassen zu können. Zumal soziale Aspekte ja in den letzten Jahren gefühlt immer kürzer kommen, während Egoismus auf dem Vormarsch zu sein scheint...

Den Wahlkampf insgesamt werde ich weiter verfolgen und erhoffe mir vor allem, daß mir die Vorstellungsrunde im Bürgerhaus (für mich fußläufig gut erreichbar, deswegen meine präferierte Veranstaltung) eine gute Entscheidungshilfe sein wird.

MfG, J. K.

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