23. Februar 2020

Schreiben von Frau B. F.

 Guten Tag Frau Schmidt,

 

Da wir ja vor einigen Jahren bestätigt haben, eine Gemeinde bleiben zu wollen haben wir nach wie vor eine freiwillige Feuerwehr. Das ist prinzipiell eine gute Sache.

 

Die Nachteile wurden uns allerdings vor einigen Jahren deutlich. Als es bei uns gebrannt hat, hat die FF unglaubliche 35 Minuten gebraucht, bis sie bei uns auf dem Rhen ankam. Wir können von Glück sagen, dass wir als Bewohner des Hauses sowohl schnell als auch richtig handeln konnten, so, dass keiner in Lebensgefahr war. Dennoch mussten wir zusehen, wie das Feuer vom Fahrzeug zum Carport auf das Haus übergesprungen ist, wir hatten zu keiner Zeit die Chance gehabt, das Feuer selber unter Kontrolle zu bekommen.

 

Das ging in diesem Fall - naja, glimpflich? aus, wir haben 3 Monate im Hotel gewohnt während das Haus saniert wurde. Das hätte mit wenigen Stellschrauben aber erheblich schneller viel schlimmer werden können. Wenn wir eine eingeschränkte Mobilität gehabt hätten, wenn sich das Feuer andere (schnellere) Wege gesucht hätte, wenn der Wind aus eine andere Richtung gekommen wäre, u.s.w... Die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Wir haben besonnen und schnell handeln können, und wir hatten einfach grosses Glück.

 

Es waren trotzdem die längsten 35 Minuten meines Lebens. Das ganze nur, weil die FF beim Einsatz auf den letzten Mann des Zuges warten MUSS, bis er losfahren darf. Eine Berufsfeuerwehr wäre nach 7-10 Minuten da gewesen und hätte einen Großteil des Schadens verhindern können. Vor allem aber hätte sie Leben retten können falls wir selber dazu nicht in der Lage gewesen wären.

 

Frage: Haben Sie Pläne, als Bürgermeisterin eine Berufsfeuerwehr zu etablieren, selbst wenn wir "nur" Gemeinde bleiben? Danke für Ihre Antwort!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

B. F.

26. Februar 2020

Meine Antwort an
Frau B. F.

Liebe Frau F., 

 

zunächst vielen Dank für Ihre Nachricht, Ihr Interesse an meiner Bewerbung für das Bürgermeisteramt und Ihre Frage zur Freiwilligen Feuerwehr. 

 

Ihre persönliche Erfahrung mit dem Brand auf dem Rhen, das hilflose Zusehen beim Ausbreiten des Feuers auf Ihr Haus, und das Warten, bis Ihr Heim wieder bewohnbar war, war ein einschneidendes Erlebnis. Dass Ihnen der Schreck noch immer in den Knochen steckt, kann ich sehr gut nachvollziehen, und ich bin froh, dass Sie und Ihre Nachbarn bei dem Brand unverletzt geblieben sind. 

 

Die Besonderheit unserer Gemeinde liegt in ihrer Aufteilung in die verschiedenen Ortsteile. Damit hat unsere Freiwillige Feuerwehr drei Ortswehren in Henstedt, Ulzburg und Götzberg mit drei Einsatzbereichen in der Gemeinde. Alle drei freiwilligen Feuerwehren vollbringen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit in aller Regel eine großartige und unschätzbare Leistung für unsere Gemeinschaft.

 

Da es mit diesen drei Ortswehren in unserem langgezogenen Gemeindegebiet dennoch zu Engpässen kommt, wie im Fall des Brandes in Ihrem Haus, hat die Politik und Verwaltung in unserer Gemeinde im vorigen Jahr zu dem Entschluss veranlasst, auf dem Rhen eine eigene Feuerwache einzurichten. Hierfür hat die Gemeinde im vergangenen Jahr ein großes Areal im Bereich Kiefernweg/Norderstedter Straße gekauft. Die Eröffnung der neuen Feuerwache wird in drei Jahren erfolgen. 

 

Diese Entscheidung ist von zentraler Bedeutung für die Gemeindewehr und die Sicherheit unserer Bürger und Bürgerinnen auf dem Rhen. Denn nur mit einer eigenen Feuerwache auf dem Rhen kann gewährleistet werden, dass die Gemeindewehr alle Bereiche in diesem Ortsteil innerhalb von zehn Minuten nach Eingang des Notrufs erreicht und nicht, wie in Ihrem Fall, erst in 35 Minuten. 

 

Mit dieser Entscheidung trägt die Gemeine Sorge dafür, dass in der Zukunft ein Fall wie der Ihre nicht eintritt und die Bürger und Bürgerinnen sich im Notfall auf den schnellen Einsatz unserer Freiwilligen Feuerwehr verlassen können.

 

Inwieweit Ihr Vorschlag einer Berufsfeuerwehr umzusetzen ist, kann ich zur Zeit mangels Informationen über die internen Vorgänge leider nicht beurteilen. Dazu muss ich erst als Bürgermeisterin gewählt sein.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, wenn Sie mich bis zur Wahlentscheidung in meiner Kampagne begleiten, gern auch auf meine Homepage. 

 

Herzliche Grüße, 

Ihre Ulrike Schmidt

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