Besuch beim Verein der Gartenfreunde


Vom gemütlichen Vereinshaus aus starten wir unseren Rundgang entlang der Gartenvielfalt.  

9. Januar 2020 – Es nieselt bereits den ganzen Tag, als ich um 14 Uhr auf dem Gelände des Vereins der Gartenfreunde Henstedt-Ulzburg eintreffe. Für diesen Termin habe ich mich daher wetterfest gekleidet, hoffe ich doch, auch einen Einblick in die Gärten zu nehmen.


Zunächst werde ich freundlich im gut geheizten Vereinsheim vom Vorsitzenden Herrn Hellmann empfangen. Mit ihm sind Frau Buchholz, eine der Fachberaterinnen des Vereins, und der Rechnungsführer, Herr Nitsche zum Gespräch gekommen. Den duftenden Kaffee haben wir Frau Hellmann zu verdanken.


Herr Hellmann berichtet, dass der Verein im vergangenen Jahr sein 70-jähriges Bestehen feierte. Derzeit zählt der Verein etwa 150 Mitglieder, auch aus umliegenden Gemeinden. Alle 82 Parzellen sind derzeit genutzt.


Unter den Pächtern kommen viele ursprünglich aus ganz unterschiedlichen Ländern dieser Erde – etwa der Türkei, Malaysia, dem Libanon, Kroatien und Russland. Meine Gesprächspartner legen großen Wert auf eine harmonische Gemeinschaft und das gute Miteinander unter den Mitgliedern und fördern dies aktiv.


In diesem Jahr soll ein eigens dafür aufgestellter Partyausschuss interne Feste und ein multikulturelles Essen organisieren. So leistet der Verein einen unverzichtbaren sozialen Beitrag in unserer Gemeinde, indem er Menschen unterschiedlicher Lebensauffassungen und verschiedener Generationen einen Raum für Begegnung bietet.


Daneben steigt der ökologische Anspruch stetig. Herr Nitsche berichtete mir, dass laut Bundesgartengesetz eine „Drittelung“ bei der Nutzung der Gärten erfolgen muss: jeweils ein Drittel dienen der Blumenbepflanzung, dem Obstanbau und der Freizeitnutzung.


Frau Buchholz ist zusammen mit weiteren Fachberatern dafür zuständig, die Mitglieder über Entwicklungen im Naturschutz zu informieren. Wie können Sie zu einer Erhöhung der Artenvielfalt beitragen, ohne Giftstoffe Blumen, Obst und Gemüse ziehen, kompostieren oder Bienen und anderen Insekten ein Zuhause bieten. Erfolge haben sich bereits eingestellt: einig vorher unbekannte Insektenarten haben bereits in den Gärten eine Heimat gefunden.


Nach dem ausgiebigen Austausch zur die “Theorie“ brechen wir zu einem Rundgang über das Gartengelände auf. Mich beeindruckt die Vielfalt und der Ideenreichtum in den Gärten. Unter Einhaltung der „Drittelung“ leben die Pächter ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem schönen, lebendigen und nutzenbringenden Garten aus.


Nach zwei Stunden bedanke ich mich für diesen abwechslungsreichen Einblick in die vielfältigen Verdienste der Gartenfreunde. Zum Abschied bekomme ich einen saftigen Apfel, den ich mir noch auf dem Weg schmecken lasse. Dabei fällt mir der französischen Schriftsteller und Philosoph Voltaire ein, der seinen Helden „Candide“ am Ende der gleichnamigen Erzählung weise sagen lässt: „das Wichtigste im Leben ist, dass wir unseren Garten bestellen“.

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