Besuch im Tierheim im Kirchweg


Auf der gepflegten Katzenstation schließe ich Freundschaft mit der zutraulichen "Mila". Ich bin sicher, dass sie bald ein neues Zuhause findet

17. Januar 2020 –  Um halb elf finde ich an diesem Freitag den Parkplatz vor dem Tierheim im Kirchweg voll belegt – es ist „Gassizeit“, wie ich von Petra Lund erfahre, die mich am Eingang freundlich begrüßt. Sie ist die Schriftwartin des Vereins, der das Tierheim betreibt. Jeden Morgen zu bestimmten Zeiten können Vereinsmitglieder mit den Heimhunden Gassi gehen.


Zusammen mit der 1.Vorsitzenden Gaby Klönhammer starten wir einen Rundgang durch das Tierheim, beginnend in den Außenbereichen. Hier befinden sich die Katzenquartiere und das Hofkatzenhaus für freilaufende Katzen. Im Kleintierhaus sehe ich Kaninchen, in der Vogelvoliere sogar einige exotische Sittiche. Der Hundeauslauf bietet den Tieren Abwechslung beim Herumtollen.


All dies wurde in Eigenarbeit errichtet – häufig von den Ehemännern der derzeit vier festangestellten Mitarbeiterinnen. Ich staune, wie professionell, tiergerecht und tierfreundlich die verschiedenen Bereiche errichtet und angeordnet sind.


Bei unserem Rundgang informiert mich Frau Klönhammer über die Entstehung des Vereins und Tierheims. Bis zu 14 Hunde und etwa 30 Katzen finden Platz, daneben Kleintiere und Vögel. Im Zweckverband Fundtiere Segeberg-West haben sich sechs Gemeinden zusammengetan und mit dem Tierheim Henstedt-Ulzburg eine gemeinsame Unterkunft für Fundtiere geschaffen.


Das Tierheim finanziert sich vorwiegend durch die Fundtierpauschale des Zweckverbandes, die Vermittlung von Tieren, Spenden von Bürgern, Beiträgen der etwa 400 Mitglieder und verschiedene Veranstaltungen über das Jahr, wie Feste und Flohmärkte.


Auf den drei Stationen für Hunde, Katzen und Kaninchen sind derzeit etwa 20 Pflegetiere untergebracht. Die Mitglieder des Vereins können hier die Kleintiere und Katzen mit Streicheleinheiten verwöhnen. Für die Tiere ist dies eine willkommene Abwechslung, und auch der menschlichen Seele tut dies gut!


Frau Lund erzählt von traurigen Momenten, wenn sich Tierbesitzer aus Alters- und Gesundheitsgründen von ihrem Tier trennen müssen und sie im Heim abgeben. Wenn dies auch zu Herzen geht, so gibt mir mein Besuch hier Gewissheit, dass die treuen Begleiter in gute Hände in einem gepflegten - vorübergehenden - Zuhause kommen. Denn Ziel ist es, alle Tiere in ein permanentes Zuhause zu vermitteln.


Zuletzt zeigen mir Frau Klönhammer und Frau Lund das Blockhaus, in dem sich einmal in der Woche die Kindergruppe „Rasselbande“ trifft. Unter Betreuung erleben die Sechs- bis Zwölfjährigen dabei spielerisch die Bedeutung von Tier- und Naturschutz. Mit Stolz auf das Engagement der Kinder zeigen mir die Frauen die Insektenhäuser, die von den Kindern gehegt und gepflegt werden.


Nach einer Stunde bedanke ich mich bei meinen Gesprächspartnerinnen für die interessante Führung. Ich habe die Gewissheit, dass Tiere, die hier abgegeben werden, in gepflegter und liebevoller Umgebung versorgt sind. Und ich hoffe, dass sich für alle bald ein neues Zuhause findet, vielleicht auch ein Pate oder eine Patin.

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