BARRIEREN ÜBERWINDEN – AUCH IN DEN KÖPFEN

Ein Thema, das für unsere Gemeinde wichtig ist und welches mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist die Barrierefreiheit oder im weiteren Sinne die Inklusion.

Nach dem Abitur habe ich gleichsam prägende wie schöne Erfahrungen in unterstützenden pädagogischen Lebensgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung oder psychischen Störungen gemacht. Diese Art des Zusammenlebens hat mich gelehrt, meinen Mitmenschen immer auf Augenhöhe zu begegnen – oder ihnen diese Augenhöhe zu gewährleisten. Ich war beeindruckt von den Fähigkeiten dieser Kinder und Jugendlichen, die mir viel gegeben haben.

Diese fürs Leben prägenden Erfahrungen leiten auch heute meine Einstellung zu Menschen mit Behinderung, zu Barrierefreiheit und in Inklusion.

Dabei geht für mich Inklusion weit über Barrierefreiheit hinaus. Denn das Ziel ist, dass alle Menschen mit oder ohne Behinderung,  gleich welchen Geschlechtes oder welcher Herkunft, in unserer Gemeinde willkommen sind und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Barrierefreiheit dient allen Menschen. Denn Barrierefreiheit ist für 10 % der Bevölkerung unentbehrlich, für 40 % wünschenswert und für 100 %, also für uns alle, komfortabel.

Sie ist damit ein absolutes Qualitätsmerkmal für die Entwicklung unserer Gemeinde und muss in den Köpfen aller Vordenker, Planer und Entwickler verankert werden. Bei jeder Idee, bei jeder Planung und bei jedem neuen Projekt muss Barrierefreiheit als unumgängliche Bedingung  mitgedacht und eingeplant werden.

So kann man mit zukunftsgerichteter Planung eine Menge Geld sparen. Denn ein Bordstein, der entsprechend der Planung keine Barriere darstellt, muss später nicht mehr für teures Geld abgesenkt werden.

Es sind nicht nur die physischen Barrieren, die vielen Menschen die Teilhabe am öffentlichen Leben erschweren.  Menschen ohne Behinderung fällt es oft schwer, sich in die Tücken des alltäglichen Lebens, denen Menschen mit Behinderungen gegenüberstehen, hinein zu versetzen. Denn es finden zu wenige Begegnungen statt, die helfen können, Verständnis für die Lebenssituation des anderen zu entwickeln – oder einfach miteinander ins Gespräch zu kommen und so gegenseitige Hemmschwellen abzubauen.

Als Bürgermeisterin setze ich mich dafür ein, solche Begegnungen aktiv zu fördern und vorhandene Aktivitäten zu unterstützen.

Für den aktiven Einsatz von Inklusion will ich einige Beispiele nennen, durch die das Leben in unserer Gemeinde erleichtert wird:

  • Alle bestehenden Barrieren im öffentlichen Raum und  zu öffentlichen Gebäuden sollten systematisch erfasst und nach und nach beseitigt werden (Barrierekataster).

  • Bei neuen Projekten, wie der Umsetzung von Konzepten des Integrierten Gemeindeentwicklungskonzepts (IGEK) wird Barrierefreiheit von vornherein eingeplant.

  • Hinweisschilder sollten so gestaltet und in einer Höhe platziert sein, dass sie von Kindern oder Rollstuhlfahrern gut gelesen oder von Sehbehinderten ertastet werden können. Sie können, wie derzeit in Wedel umgesetzt, an bestehenden Straßenschildmasten angebracht werden. 

  • Inklusion wirkt in beide Richtungen: siehe Gebärdenchor  „HandsUp“ aus Hamburg Altona, der Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Sinnesbehinderung und Menschen ohne Behinderung vereint, die gemeinsam in Gebärdensprache Lieder einstudieren. 

  • Schriftstücke und Formulare unserer Gemeindeverwaltung wie auch anderer Verwaltungen müssen so verfasst sein, dass jeder sie lesen kann und versteht.

  • Im Zuge der Digitalisierung der Verwaltung werden digitale Barrierefreiheit und Programme für Menschen mit Behinderung eingeplant.

  • Bei allen solchen Projekten ist das Zusammenwirken mit den Beauftragten für Menschen mit Behinderung obligatorisch. 

  • Diese kleine Auflistung lässt sich sicherlich ergänzen…

– veröffentlicht am 22. Januar 2020 –

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