Besuch der Götzberger Mühle


Wolfgang Sievers erklärt mir die Besonderheiten des "unterbauten Holländers"

7. Februar 2020 – Häufig bin ich schon an der Götzberger Mühle vorbeigefahren. So freue ich mich, dass ich heute endlich Gelegenheit habe, die Mühle zu besichtigen und einiges über den Verein Götzberger Windmühle e.V. zu erfahren. Mich erwarten Wolfgang Sievers, früher Vorsitzender des Mühlenvereins, und Frank Kabel, der seit kurzem 2. Vorsitzender ist.

Zunächst kann ich die Mühle ausgiebig von außen besichtigen. Dazu erzählen mir Herr Sievers und Herr Kabel von den baulichen Besonderheiten der Mühle, einem sogenannten unterbauten Holländer, 1877 auf der höchsten Erhebung in Götzberg erbaut.


Herr Sievers berichtet mir, wie es zur Gründung des Vereins gekommen ist. Er erzählt, wie er im März 2004 wie so oft an der Mühle vorbeigefahren ist, und dabei gesehen hat, dass ein Flügel abgebrochen war. Bei einem sofortigen Besuch der Mühle hat ihm die Familie Schlüter, in deren Besitz die denkmalgeschützte Mühle sich seit 1879 befindet, den vom Sturm abgebrochenen Flügel und den dadurch am Dach entstandenen Schaden gezeigt. Herr Sievers hat sofort beschlossen, dass die Mühle, als Wahrzeichen Götzbergs und einzige Mühle im Kreis Segeberg, wieder instandgesetzt werden muss.


So hat sich der Verein Götzberger Windmühle e.V. gegründet. Denn Herr Sievers wusste, dass es nur durch einen Verein mit aktiven und passiven Mitgliedern möglich sein würde, steuermindernde Spenden und Zuschüsse vom Land, vom Kreis und der Gemeinde für die Reparatur und somit den Erhalt der Mühle zu generieren.


Weiter erklären mir Herr Kabel und Herr Sievers, dass der Verein ein vom Land SH anerkannter „außerschulischer Lernort“ ist. So führt Herr Sievers mit einigen anderen Ehrenamtlichen seit Jahren Kinder und Schulklassen aus der Gemeinde sowie dem Umland durch die Mühle. Die jungen Leute können so nachvollziehen, wie in traditioneller Art und Weise aus Getreide Mehl wird. Dies wird auch mir von Herrn Kabel und Herrn Sievers sowie Herrn Guth, der sich ebenfalls im Verein engagiert und zur Besichtigung hinzukommt, anschaulich erklärt.


Fasziniert schaue ich zu, wie das Getriebe der hölzernen Mühlräder ineinander greift und so sich die schweren Mühlsteine drehen, damit aus dem Korn zunächst Schrot wird. Es rattert um mich herum, und ich bewundere die alten Strukturen und die ausgefeilte Technik aus dem Jahr 1877, die noch immer hervorragend funktioniert.


Ich freue mich schon auf den Pfingstmontag. Vielleicht kann ich dann in meinem ganz frischen Amt als Bürgermeisterin den traditionellen Mühlentag hier begehen und mich an dem Erhalt dieses Wahrzeichens unserer Gemeinde gemeinsam mit dem Förderverein und den Bürgern und Bürgerinnen erfreuen.


Wieder einmal wird mir während dieser fast zweistündigen Besichtigung bewusst, wie sehr unserer Gemeinde auf das Engagement ihrer Bürger und Bürgerinnen angewiesen ist. Ich bedanke mich herzlich bei meinen Gastgebern für die lehrreiche und anschauliche Besichtigung der Mühle und den Gedankenaustausch über den Verein Götzberger Mühle

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